Billigbrühe für 4000 Euro: Top-Sommelière greift Tabuthema Weinfälschen auf

Umfüllen, neu etikettieren, zu teuer verkaufen: Die Betrugsmöglichkeiten bei Wein sind schier unendlich. Wie leicht ein Sommelier in diesen Sumpf geraten kann, schildert der Autor oder die Autorin, die unter dem Pseudonym Gisa Köpcke schreibt, im Kriminalroman „Der Weinfälscher“. Das Buch, das sich mit einem totgeschwiegenen Tabuthema beschäftigt, richtet sich nicht nur an Sommeliers, Weinkenner oder Insider der Gastro-Szene, sondern auch an genussorientierte Privatleute und Weinliebhaber.

Alles fängt mit einem Versehen an: Als Sommelier Theodor Stevens eine Flasche 1982er Château Petrus im Wert von 4000 Euro fallen lässt, bemerkt niemand, dass er sie durch einen achtzigfach günstigeren Wein ersetzt. Zu gleichen Teilen entsetzt und fasziniert von seinem Erfolg, beginnt Stevens, regelmäßig Weine zu fälschen, die ein Vielfaches seines Monatsgehalts kosten.

In ihrem ersten Kriminalroman gibt der Autor oder die Autorin Gisa Köpcke, die im wahren Leben eine bekannte Weinexpertin ist, Einblick in die Welt der Top-Weine und der Spitzengastronomie. Damit spricht der Autor oder die Autorin ein Thema an, das in der Branche aus Angst vor Verdächtigungen und Tuscheleien bisher totgeschwiegen wird. „Ich wollte mich zu Weinfälschung äußern, weil man in der gehobenen internationalen Gastronomie immer wieder darauf stößt“, so Köpcke, die unerkannt bleiben möchte. „Wie könnte es sonst sein, dass beispielsweise in Asien schon jetzt mehr Flaschen 1982er Château Cheval Blanc aus dem Saint-Emilion à 1000 Euro verkauft wurden, als das Weingut je produziert hat?“

Zuerst als Fachbuch für Sommeliers und Weinexperten gedacht, legte Köpcke das Erstlingswerk schließlich bewusst breiter an. „Sommeliers sollen sich wiederfinden und verstanden fühlen, Weinhändler und Gastronomen für das Risiko sensibilisiert werden, das die Geldanlage in Wein mit sich bringt. Aber das Buch geht nicht zu tief ins Fachliche, das heißt, auch interessierte Privatleute haben Spaß beim Lesen und denken vielleicht daran, wenn sie das nächste Mal einen teuren Wein kaufen oder verschenken“, so Köpcke.

Erhältlich ist das Buch ab sofort für 12,50 Euro über Amazon und in jeder Buchhandlung.

(17.11.2013 - 2033 mal aufgerufen)

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